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    <title>alles schweine, ausser muddi</title>
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    <dc:publisher>zuggermuddi</dc:publisher>
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    <title>alles schweine, ausser muddi</title>
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  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/4938328/">
    <title>eine nachricht</title>
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    <description>sehr geehrter herr doktor watzenberg,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es erscheint mir ein wenig, nun sagen wir, ungewöhnlich, dass ich, als ihre mandantin,  einen brief an sie richte, aber mir bleibt kein anderer ausweg, seitdem ich mich in dieser unsäglichen situation an diesem ort befinde, der es mir unmöglich macht, sie weiter telefonisch zu kontaktieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zumal sie in den letzten wochen augenscheinlich sehr beschäftigt waren, wie mir ihre sekretärin tagtäglich mitteilte. die dame erschien mir ein wenig ungehalten und ich frage mich durchaus, woher diese stimmung rührt, denn ich gehe davon aus, dass ihre angestellten bestens über diesen fall informiert sind, mit den einzelheiten vertraut und darüberhinaus wissen, dass mit der beauftragung durch sie, als meinen rechtsbeistand, ein nicht allzu geringes sümmchen auf ihr konto eingegangen ist, wenn man alle beratungsgebühren und verfasste anschreiben zusammenfasst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
darüberhinaus wurden sie von mir in kenntnis gesetzt, dass ich zusätzlich einen privatdedektiv beauftragt habe, um sie in ihrer arbeit zu unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um genau zu sein, sind meine ersparnisse aufgebraucht und sogar mein dispositionskredit bis an seine grenzen ausgereizt, alles in allem hat mich diese fürchterliche geschichte mehrere tausend euro gekostet, bisher ohne erfolg.&lt;br /&gt;
vielleicht habe ich ein wenig überreagiert, als ich vorletzte woche stündlich ihre kanzlei via telefon frequentierte und einige unfreundliche sätze auf ihren anrufbeantworter sprach, nachdem ihre sekretärin nicht mehr bereit war, sich persönlich mit mir auseinanderzusetzen.&lt;br /&gt;
nun ja, wir alle haben unsere fehler und ich habe die letzten monate sehr unregelmäßig und unruhig geschlafen, manche nächte sogar vollkommen wach durchlebt, von sorge gepeinigt und nervosität getrieben.&lt;br /&gt;
um es kurz zu machen...  das &quot;geldgierige, inkompetente arschloch&quot; nehme ich hiermit zurück und natürlich wünsche ich sie nicht dorthin, wo der pfeffer wächst, sondern wäre, ganz im gegenteil, sehr erfreut, wenn sie mich zu den vorgeschriebenen besuchszeiten mit ihrer anwesenheit beehren könnten, damit wir besprechen, wie wir weiter verfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich fürchte, dass sie aufgrund meiner jetzigen situation, dazu tendieren, meinem exmann zu glauben, der auf perfide art und weise dafür gesorgt hat, dass ich mich hier befinde, aber ich versichere ihnen, dass er, dieser skrupellose lügner, den ich einst liebte, nur dafür sorgen wollte, dass ich aus dem weg geschafft werde, damit niemand die wahrheit erfährt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die ortsansässige presse steckt mit ihm unter einer decke, dessen bin ich mir sicher. vor 3 wochen traf ich mich in einem café mit einem redakteur, zeigte ihm die beweisfotos auf denen eindeutig zu erkennen war, dass mein mann ihn gestohlen hat. ja, er hat ihn gestohlen, das wissen sie, herr doktor watzenberg, genauso gut wie ich. der redakteur nahm mich nicht ernst, ich schätze, diese haltung wurde ihm durch hohe bestechungsgelder versüsst, so dass es ihm leichtfiel mit dem finger auf mich zu zeigen und mich auszulachen. aber eines sage ich ihnen, herr watzenberg, wer zuletzt lacht, lacht am besten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...wenn ich nur nicht immer so müde wäre, die medikamente sind fluch und segen. die nächte, selig schlafend in watte eingepackt, vermitteln mir eine trügerische form von sicherheit. doch der blick am tag aus dem fenster, welches sich leider nicht öffnen lässt, auf den betonierten hof erinnert mich daran, was ich verlor, als mein exmann vor 15 monaten unser haus für immer verliess, um mit dieser...  verzeihen sie den ausdruck,  nun, um mit dieser...schlampe durchzubrennen. ich habe meinem exmann einiges in den letzten jahren verziehen, aber dass er  mir das einzige wegnahm, was mir wirklich etwas bedeutet, hätte ich nie zu vermuten gewagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
was hätten sie an meiner stelle getan? habe ich nicht das recht, wiederzuholen, was mir gehört?&lt;br /&gt;
ich war verzweifelt, herr doktor watzenberg, am ende meiner kraft und da sie als mein einziger vertrauter nicht zur verfügung standen, musste ich handeln.&lt;br /&gt;
stundenlang habe ich vor dem gartenzaun seines neuen häuschens im grünen gestanden, nachbarn befragt, spaziergänger angehalten, in der hoffnung, dass diese menschen mich unterstützen würden, den postboten abgefangen, damit er ihm mündliche nachrichten übermittelt. ich gebe zu, ich habe ab und an geschrien, mir ein paar mal die hände blutig geschlagen an der pforte, ach was... ein paar kratzer. dem notarzt, denn eine besorgte rentnerin vorbeischickte, habe ich ins gesicht gelacht. ein bürgersteig voll blut, lächerlich, solche kleinigkeiten können mich nicht daran hindern, mein recht durchzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich bin so müde, so müde....ich muss wach bleiben, die anderen dürfen keine kontrolle über mich haben. ich kneife mir immer wieder in den arm, öffne wunden, wach bleiben, wach bleiben, um jeden preis.&lt;br /&gt;
ich fühle mich so nackt, so schutzlos ohne ihn, mein exmann weiss das und hat ihn mitgenommen. wenn es einen gott gibt, herr doktor watzenberg und daran will ich fest glauben, dann wird er diese grausamkeiten vergelten, dessen bin ich mir sicher. und die rache wird mein sein für all die qualen, die ich hier auf erden noch erleiden muss. so müde, so müde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mein teddy ....so müde...teddy...nachts, wenn ich die augen schliesse, sehe ich deine treuen, braunen glasaugen, sag&apos; teddy, hast du es gut bei ihm?&lt;br /&gt;
kümmert er sich um dich? streichelt er sanft dein kuscheliges fell, so wie ich es immer getan habe?&lt;br /&gt;
....so müde, so müde...&lt;br /&gt;
...sie dürfen mich hier nicht einsperren...&lt;br /&gt;
ich kann nicht schlafen ohne dich...schlafen....schlafen....&lt;br /&gt;
schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;dieser text entstand als beitrag zum &quot;tresenlesen&quot; in der dreizimmerwohnung/ hamburg zum thema &quot;einbildung&quot;&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-20T12:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/4446529/">
    <title>erste haiku-gehversuche</title>
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    <description>&lt;b&gt;badewannen-haiku&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;dort in der wanne &lt;br /&gt;
da lag die katze leise&lt;br /&gt;
vom frühling träumend&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;für herrn schröder&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;wintersonnen-haiku&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;du bist sonne mein&lt;br /&gt;
leuchtest durch die dunkle nacht&lt;br /&gt;
bis mein winter fort&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;für und inspiriert durch frau kamikatze, die ich nicht mehr missen möchte&lt;/i&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2007-11-14T13:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/4375188/">
    <title>neuland</title>
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    <description>&quot;...und du wirst mein amerika&quot; (klaus hoffmann)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf dem weg zu neuen ufern&lt;br /&gt;
trage ich mein schönstes kleid&lt;br /&gt;
das herz auf der zunge&lt;br /&gt;
die blicke geputzt&lt;br /&gt;
wandele auf eingetretenen pfaden&lt;br /&gt;
werde jenseits der gewohnten wege&lt;br /&gt;
neue fussspuren hinterlassen.</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-23T11:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/4344452/">
    <title>geschichten aus pädagogien</title>
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    <description>oh du goldene herbstzeit, vielbesungen, farbenpracht, blätterregen, kastanien, eicheln, kartoffelfeuer, erntezeit. rauhreif, der funkelnd im sonnenlicht in zarte tautropfen verzaubert wird, ein  letztes aufbäumen des sommers, bevor sich die natur bereit macht für den winterschlaf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein ewiger reigen aus leben und sterben und wir kolleginnen aus pädagogien mittendrin. zweimal im jahr verlassen wir den luxus unserer fußbodenheizungverwöhnten kindertagesstätte und wandern für eine woche in den wald, komme, was da wolle, ob regen, sturm, frost oder zeckenplage. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und jedes jahr wieder überlege ich, ob ich nicht genau zu dieser zeit von einer schrecklichen krankheit heimgesucht werde, die genau fünf werktage andauert, um dann am darauffolgenden wochenende auf wundersame art und weise zu verschwinden. ich bin kein stubenhocker, ich bin wirklich gerne an der frischen luft, ich mag wälder und elbstrände, das meer, berge und mutter natur, wirklich! einzige voraussetzung ist die möglichkeit bei unabwägbaren widrigkeiten, die chance zu haben, in die eigenen vier wände zurückzuflüchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
im sommer zelte ich sogar gerne, lebe in nachbarschaft mit gefräßigen waschbären, die das vorzelt nach essbaren durchwühlen, teile mein frühstück mit ameisen, schmeisse mich kreischend in eiskalte badeseen....kein problem, weiss ich doch, dass jeder campingplatz mit fliessend wasser, duschen, toiletten und einer imbißbude ausgestattet ist, an der ich meine sehnsucht nach zivilisation mit fritten und bier kompensieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und natürlich scheint im sommer die sonne, was einem mindestdurchschnittstemperaturen von 23°C garantiert und wenn nicht, auch kein drama, isomatten kann man notfalls im heimischen wohnzimmer ausrollen. das kann unter umständen ebenfalls sehr abenteuerlich sein, vorallem wenn man jemanden neben sich liegen hat, der schnacht wie räuber hotzenplotz nach einem saufgelage. hat ja irgendwie auch mit wald zu tun, wenn auch eher mit dem akustischen abholzen von bäumen, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
kehren wir zurück zu unserem halbjährlichen event, welches uns nun zur herbstzeit in die tiefen des waldes zwang. schon am vergangenen wochenende kündigte der wetterbericht nachttemperaturen von 5°C an, was konsequenterweise heisst, dass es morgens um acht uhr nicht viel wärmer sein kann, wenn man sich durchs dickicht auf unsere traditionelle lichtung kämpft.&lt;br /&gt;
die ansonsten eher freudig-erregt-geprägte, typisch weibliche was-ziehe-ich-an-frage bekam einen bitteren beigeschmack, weil  sie zwangsläufig mit dem &quot;zwiebellook&quot; assoziiert wurde. es ist mir schon fast peinlich an dieser stelle aufzuzählen, was ich mir alles anziehen musste, um nicht elendlich in den weiten der natur zu erfrieren: unter der jeans kämpften  eine nylonstrumpfhose und  eine dicke wollstrumpfhose um beinfreiheit, darüber wurden wollssocken gezogen, ein lammswollender nierenwärmer, das ganze gekrönt  von einem paar gefütterter winterstiefel. ein unterhemd schmiegte sich bibbernd an ein langärmeliges oberteil, welches von einem strickpulli bedeckt wurde. darüber türmten sich in seliger zweisamkeit eine fleece- und eine regenjacke. mütze, schal und omas selbstgehäkelten fäustlinge komplettierten die überlebensausrüstung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...dass ich in dieser aufmachung kaum in mein auto einsteigen konnte, geschweige denn in der lage war, vernünftig zu fahren, erkannte ich erst, als ich eingequetscht wie ein michelinmännchen hinter dem steuer sass und nur mit mühe und not meine vier gliedmaßen betätigen konnte, um an lenkrad und pedale zu gelangen. auch erntete ich irritierte bis mitleidige blicke von meinen nachbarn, die sich gehüllt in schicke herbstmode auf dem weg zur arbeit befanden, in der gewissheit nur eine kurze strecke mit ihrem gefährt zurücklegen zu müssen, bis ein warmer kaffee auf dem schreibtisch und ein beheiztes büro auf sie wartete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine viertelstunde später gelangte ich schweißgebadet aufgrund von wärmeanstauungen auf engstem raum und motorischer unzulänglichkeit und der daraus resultierenden panik, einen verkehrsunfall zu verursachen, bei dem ich mich noch nicht mal alleine aus dem auto retten könnte, auf den beschaulichen waldweg, der die grenze zwischen wildnis und zivilisation repräsentierte. ich liess mich wie eine dicke made aus dem fahrersitz kippen, als mir die unerbittliche kälte schon ins gesicht schlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bewaffnet mit einem rucksack vollgepackt mit einer liter-thermoskanne gefüllt mit kochend heissem tee, einer regenhose (die wirklich allerletzte maßnahme, um mit roher gewalt noch mehr kleidung über den schon vorhandenen kleiderberg zu zerren, falls ein eisiger regen das herbstwetter noch mehr verunstalten sollte) und diversen plastikhandwärmern stolperte ich wild mit den armen rudernd zum treffpunkt, wo schon einige eltern mit ihren kindern warteten und vermutlich nur raten konnten, welche der sechs tapferen erzieherinnen sich unter der wahnsinnigen verkleidung verbarg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die gruppe der kleinen monster wurde in meine obhut übergeben und nun mussten wir einen fußmarsch durch unwegsames gelände hinter uns bringen, um zu besagter lichtung zu gelangen. neben dem kleiderberg und dem rucksack hielt ich zusätzlich zwei der kleineren kinder fest, damit sie nicht wie hänsel und gretel in der unendlichkeiten des herbstlichen waldes verschwinden konnten. wir stapften los und schon nach einer kurzen zeitspanne musste ich ungewollte erfahrungen damit sammeln, was für grausame konsequenzen der liebliche begriff &quot;altweibersommer&quot; mit sich bringt. vollkommen unvorbereitet und ahnungslos rannte ich mitten in ein riesiges spinnennetz, um genau zu sein ein kreuzspinnennetz, samt derem fetten mitbewohner, der stoisch auf eine kleine mücke oder fliege wartete und nun mit einem frühstück der überdimensionierten art überrascht wurde.&lt;br /&gt;
ich kreischte schlimmer als die frau unter der dusche bei &quot;psycho&quot; und war einem ohnmachtsanfall schrecklich nah. ich fuchtelte mit den armen herum, schlug wild um mich, um die klebrige masse samt des achtbeinigen korpus aus meinem gesicht zu entfernen, während viele kinderaugenpaare mich ungläubig beobachteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
erste erkenntnis: der wald ist die hölle und der teufel steckt im detail in form von arachnoiden monstern, die mich fressen wollen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
endlich am bestimmungsort angelangt, hatte ich mich noch nicht ganz von meinem ersten waldtrauma erholt und überlegte, ob ich mir meinen rucksack einfach über den kopf ziehen sollte, als vorbeugende maßnahme gegen eine anhaltende hyperventilation und um nichts mehr von der herbstlichen natur um mich herum sehen zu müssen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kinder fingen an zu spielen, sammelten tannenzapfen, stöckchen, buddelten im waldboden, bauten tipis und ich? ich begann zu frieren, ein schleichender prozeß, erst kaum warnehmbar, an den füssen beginnend, dann immer offensichtlicher mit gänsehaut auf den beinen, am rücken und dann mit zaghaft klappernden zähnen.&lt;br /&gt;
aussentemperatur: 8°C,&lt;br /&gt;
gefühlte temperatur: allerhöchstens minus 25 °C. &lt;br /&gt;
ich zitterte und klapperte, jammerte und hopste auf der stelle, schlackerte mit den armen, wackelte mit den zehen...ohne großen erfolg. ich drohte am waldboden festzufrieren, ich würde elendlich als eisstatue auf einer lichtung enden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es war allerhöchste zeit für eine professionelle innenaufwärmung mit dem inhalt meiner thermoskanne, ein höchste gefährliches unterfangen, bei dem man den input genauestens berechnen musste, um nicht in den teufelskreis des grauens zu gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun stellt sich vielleicht die frage, was so kompliziert daran sein soll, sich eine kanne tee hinter die binde zu giessen?&lt;br /&gt;
rein in die tasse, einzweimal pusten, kopf in den nacken und fertig ist die laube...ha! man darf eine tatsache nicht unterschätzen! ich befand mich zu diesem zeitpunkt in einem unwegsamen wald. EINEM WALD.&lt;br /&gt;
klingelt es? und was ist in einem wald definitiv nicht vorhanden?&lt;br /&gt;
eine toilette, genau!&lt;br /&gt;
nur ein milliliter zu viel tee im magen konnte dazu führen, dass das empfindliche gleichgewicht zwischen input und output sich zugunsten des outputs verlagerte und die blasenmuskulatur alarm schlug.&lt;br /&gt;
es existieren wenige momente, in denen ich mir wünschte, ein kerl zu sein, die im-wald-kein-klo-situation ist einer dieser seltenen anwandlungen. die konsequenzen eines übermäßigen teegenusses führen bei uns meeedchen in der regel zu einem unwürdigen unterfangen, bei dem wir hilflos mit klamotten um unsere schienbeine gewickelt auf dem waldboden hocken und hoffen, dass während unserer verrichtungen keine insekten über unseren allerwertesten krabbeln und wir uns nicht aufgrund unserer immobilität auf die schuhe pinkeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doch das alleine wäre noch harmlos, wenn da nicht der teufelskreis des grauens wäre, der in einer endlosen spirale  mündet, sobald man das erste mal hinter den büschen verschwindet, um sich zu erleichern. in meinem fall spielte nicht nur der faktor &quot;wald&quot; eine große rolle, nein, dieser wurde von einem zweiten faktor maßgeblich beeinflusst und dieser lautete &quot;kälte&quot;, unerbittliche, grausame, stechende kälte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fortuna hatte mich im stich gelassen, meine schätzungen der teezufuhr blieben unzulänglich und während ich nun kurzzeitig innerlich aufgewärmt die beine zusammenkniff, kicherte fortuna hämisch vor sich hin, während sie kuschelig in einer wolldecke eingehüllt vorm ofen sass und bratäpfel futterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zweite erkenntnis: fortuna lässt sich nicht so leicht hinterm ofen hervorlocken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich verschwand fluchend im gestrüpp und eröffnete so neben dem natürliche reigen der jahreszeiten, einen weiteren reigen: den teufelskreis des grauens.&lt;br /&gt;
ich spare mir an dieser stelle die erneute aufzählung aller kleidungsstücke, die mich umhüllten, die nun im weg waren und mehr oder minder entfernt werden mussten, um erneut auf den zweiten faktor hinzuweisen, der aus dieser unseligen geschichte einen teufelskreis machte: kälte, unerbittliche, grausame, stechende kälte (ja, ich weiss, dies erwähnte ich schon, aber ich versuche hier nur klarzumachen, wie hochdramatisch die ereignisse sich zuspitzten).&lt;br /&gt;
gerade aufgetaut und wohlig durchwärmt, fror ich mir nun den wortwörtlichen arsch ab, als strafe dafür, zu tief in den teebecher geblickt zu haben.&lt;br /&gt;
erleichtert, aber bitterlich frierend, war ich nun wieder auf die thermoskanne angewiesen, deren inhalt mich wiederum zwang in den büschen zu verschwinden, aus denen ich zitternd zurückkehrte, um erneut heissen tee zu trinken, dessen konsum dazu führte, dass ich wieder in das dickicht stapfte...und so weiter und so fort...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
dritte erkenntnis: das mathematische verhältnis von input in bezug auf output gemessen an der anzahl der zwiebelschichten im verhältnis zum faktor &quot;kälte&quot; und &quot;wald&quot; zugunsten der anzahl der zwiebelschichten verlagern, um input zu verringern und die gefahr des outputs auszuschliessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf diese art und weise kann man hervorragend einen vierstündigen vormittag herumbekommen, ich verfiel fast in einen tranceartigen zustand zwischen frieren, aufwärmen, einfüllen, herauslassen....unterbrochen wurde dieser kreis nur kurz, als ich entdeckte, dass ich einer armen nacktschnecke auf den kopf gepinkelt hatte, dies war quasi der spannende höhepunkt meines tages.&lt;br /&gt;
die kolleginnen mutmaßten, ob schnecken auf diese art und weise osmotischen prozessen ausgeliefert wären. ich wusste es nicht, wollte nur noch nach hause, wo ich niemandem auf den kopf mache und mir auch keinen kopf um solche fragen machen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um die mittagszeit stolperte ich dann zum auto und schwor, dass ich nächsten herbst eine grippe habe oder noch besser;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
letzte erkenntnis: eine blasenentzündung!</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2007-10-12T14:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2845457/">
    <title>jenseits der kaff-elegien/ fragment aus beton</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2845457/</link>
    <description>sie wohnen dicht an dicht, aber spenden sich keine wärme, getrennt durch graue mauern.&lt;br /&gt;
keiner weiss, wer neben ihm wohnt, man trifft sich täglich auf dem flur, senkt den blick und starrt woanders hin.&lt;br /&gt;
graue blicke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die wände sind dünn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das namenlose atmet, schlägt die zeit tot, bringt die tage herum, klappert mit dem geschirr, hustet aufgrund der 20. zigarette an diesem morgen, ist fast greifbar.&lt;br /&gt;
sie alle wissen dinge voneinander, die kein mensch hören will, aber hören muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wände wie papier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das leise weinen der frau, die immer eine sonnenbrille trägt, selbst wenn der himmel grau und wolkenverhangen ist, mit der man die geschwollene wange nicht abdecken kann. das junge ehepaar von unten, die erst leise und nach der dritten flasche wein immer lauter streiten, schreien, sich beschimpfen. zerbrochenes glas und zerbrochenes glück.&lt;br /&gt;
der unmenschlich laute ton des fernsehers, der die vier kleinen kinder aus dem fünften stock mit mord und totschlag unterhält, sobald sie aus der schule heimkehren und der ihre einsamkeit, die langeweile und den frust bis in die späten abenstunden übertönt, wenn die mutter müde und zerschlagen mit ein paar fettigen tüten abendbrot von ihrem job am bahnhofsimbiss nach hause kehrt.&lt;br /&gt;
der alte mann, der seemanslieder gröhlt und sein fernweh mit einer palette dosenbier und korn kompensiert und eingerollt auf der fussmatte vor seiner haustür einschläft, wo ihn ab und an die jugendlichen treten. höhnische blicke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jeder neue morgen zerstört die sehnsucht, die träume der nacht mit dem lauten klappern der mülltonnen, in denen die frau mit dem kopftuch nach pfandflaschen wühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der fahrstuhl ist defekt oder stinkt nach urin, manchmal hat jemand reingekotzt, dann geht man doch lieber zufuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das einzige grün in der gegend sind die rotzigen auswürfe auf dem asphalt und ein paar grashalme, die zwischen den gehwegplatten überlebt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
manche hatten träume, wollten fliegen.&lt;br /&gt;
haben es irgendwann getan,&lt;br /&gt;
aus dem zehnten stock.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jetzt kann man die fenster in den letzten vier stockwerken nicht mehr öffnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;der vorherige und dieser beitrag wurden im rahmen eines blog-swaps schon einmal vor ca. einem jahr im dreggsblog veröffentlicht. nun archiviere ich sie nochmal hier als heimspiel&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-24T11:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2845445/">
    <title>kaff-elegien/ fragment</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2845445/</link>
    <description>...der rasen im vorgarten hat eine länge von vier millimetern, die kanten haben einen rechten winkel, kinder hat man gern, solange sie nicht das heilige grün betreten. das ist reserviert für die zwergenparade, die stoisch in einem grotesken bild der emsigen, unermüdlichen arbeit eingefroren ist. für das kleine hundehäufchen vom kleinen dackel franzl liegt immer ein kleines tütchen bereit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
fremden wird mit misstrauen begegnet, denn nichts soll die gleichmässigkeit, die eintönigkeit, den alltag, die immer wiederkehrenden jahreszeiten und die damit verbundenen riten und gebräuche stören. fremdsein bedeutet einsamkeit und kalte blicke, bis man gelernt hat, die tänze zu tanzen. zwei schritte vor und fünf zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der kommunalpolitische höhepunkt des jahres findet im ehelichen bürgermeister-bett statt, wenn die gemahlin schweissgebadet und zähnefletschend oben liegt, anstatt wie ein plattgefahrener käfer auf dem rücken zu liegen und die muster der blümchentapete zu zählen, während das bett, bemalt im klassischen bauernmuster, ächzt und quietscht unter der adipösen last. denn auf dem wahlzettel existiert nur ein richtiges kreuz, alle anderen hängen in den klassenzimmern, in wohnzimmern und in der kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
jugendliche rebellion bedeutet hier in nachbars garten zu kotzen, nachdem man mit 2,0 promille, dank korn mit sprite, rum mit cola, hauptsache irgendeinem fusel mit blubber darin, aus der dorfdisco rausgetorkelt ist, in der jeder schon mit jedem geknutscht hat und der- oder diejenige geheiratet wird, der grad zufällig mit einem knutschte, als man den 21. geburtstag erreichte und es langsam zeit wurde.&lt;br /&gt;
die männer lieben ihre ehefrauen, das gibt ihnen das recht, ihnen notfalls mit der flachen hand oder der geballten faust den richtigen weg zu weisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die friseurin weiss von der bäckersfrau, dass der schlachtermeister dem mechaniker erzählt hat, dass die frau meier von nebenan von frau müller erfahren hat, dass der dorfarzt der cousine vom guschtl, der im kleinwarenladen arbeitet, gesagt hat, dass die resi, die in der gastwirtschaft bedient schon immer was vom huber-bauern wollte. na, sie wissen schon...und deswegen immer diese engen blusen anzieht, wenn sonntags stammtisch ist und der huber-bauer eine rote nase bekommt, weil er sein fünftes maß erhebt.&lt;br /&gt;
sie wissen alles und doch nichts.&lt;br /&gt;
sie reden, um zu reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonntags mahnen die glocken zum gebet, wer in den reihen fehlt, ist krank oder zu gebrechlich, um buße zu tun und die heilige kommunion zu empfangen, eine andere entschuldigung existiert nicht.&lt;br /&gt;
wenn ER seine schäfchen ruft, trotten sie blökend der reihe nach in SEIN haus, um sich die kniee an den splittern in der bank wundzuscheuern.&lt;br /&gt;
die heftchen des priesters mit nackten, jungen damen aus litauen oder polen bleiben an diesem tag in der schublade im pfarrhaus, anstattdessen wird die bibel ausgepackt. sie beten und weilen in gedanken schon beim sonntagsbraten, der bald auf dem tisch steht.&lt;br /&gt;
heilig ist die scheinheiligkeit.&lt;br /&gt;
...</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-24T11:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2824958/">
    <title>gute-nacht-geschichte für g.</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2824958/</link>
    <description>vor langer zeit, keine menschenseele erinnert sich an diese tage, lebten die vögel wohlbehütet in einer grossen felsspalte etliche meter über dem meeresspiegel. von der sonne geweckt, vom mondenlicht in den schlaf gebracht, verstrich ein tag wie der andere in eintönigkeit und gleichmäßigkeit. die felsspalte war weitläufig und bot genug platz, um die brut grosszuziehen, nahrung und wasser waren vorhanden und die vögel waren zufrieden mit ihrem los, in den tag hineinzuleben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu jener zeit war den vögeln nicht bekannt, dass sie die gabe besitzen, zu fliegen. sie benutzten lediglich ihre zwei beine, um nahrung für die brut heranzuschaffen und ihresgleichen in anderen ecken der felsspalte zu besuchen. ihr gefieder war weich, glänzend, mal mehr, mal weniger bunt. sie pflegten es mit hingabe, weil es ihnen wärme und schutz in manch kalter winternacht brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
zu dieser zeit lebte eine vogelfrau mit rotem gefieder und lustigen punkten, die mutiger war als alle anderen vögel. dieser vogel hatte irgendwann zwei eier gelegt, aus denen farbenfrohe, bunte vogelmädchen heranwuchsen. nicht immer war es üblich, dass eine vogelmutter den passenden partner hatte und wenngleich die meisten vogeleltern als paare ihre brut heranzogen, war es nicht ungewöhnlich, wenn es mitstreiter unter ihnen gab, die ihre kinder alleine heranzogen. die vogelgemeinschaft war sogar gewillt, die fittiche zu spreizen und ab und an fremde vogelkinder unter diese zu nehmen, wenn die vogelmütter sich auf die suche nach futter für ihre brut begaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die rotgefiederte vogelmutter gelangte irgendwann an einem freundlichen, sonnigen frühlingstag auf ihrer suche nach nahrung an den äussersten rand der felsspalte, wo ein ziemlich kecker wurm auf der flucht vor ihrem spitzen schnabel hingekrochen war und auf einmal stellte die vogelfrau fest, dass hier das ende des felspalteaus erreicht war. sie kniff ungläubig die augen zusammen, denn unter ihr lag das meer... weit... gross...in tausenden und abertausenden von blautönen...unendlich....es glitzerte geheimnisvoll...rauschte und wisperte und sprach zu ihrem herzen. es erzählte von fernen ländern, an deren ufern seine wellen rollten...beschrieb flüsse, die in seine unendlichkeit mündeten...sang von wäldern und tälern, die das wasser aufnahmen, welches das meer der sonne schenkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
eine unerklärliche sehnsucht machte sich in dem herzen der vogelfrau breit und wie von selbst streckte sie ihre flügel aus, in die der wind zärtlich hineinfuhr, als ob er ihr einen kleinen anstoss geben wollte. für einen kurzen augenblick verlor sie den boden unter den füssen, erlangte sie eine leichtigkeit, die mit nichts zu vergleichen war, was sie bis dahin gespürt hatte...wie gerne hätte sie sich einfach fallen lassen, als auf einmal ein empörter aufschrei sie zurück auf den felsigen boden der tatsachen zurückholte.&lt;br /&gt;
hinter der vogelfrau hatten sich mehrere andere vogelmütter versammelt, die entsetzt auf die ausgebreiteten flügel starrten, die sich leise wieder an den pulsierenden körper der vogelfrau anschmiegten.&lt;br /&gt;
mahnende blicke ruhten auf ihr, ein leises kopfschütteln demonstrierte ihr, dass eine felsspalte, nahrung und wasser, weggefährten und ein gemachtes nest genug seien. sie solle an ihrer vogelkinder denken und daran, dass man tief fallen könne, wenn man sich zu nahe an den rand des felsplateaus wagen würde...federn seien zum putzen da, federn seien ein garant für wärme und vielleicht ein attraktiver schmuck auf der suche nach dem nächsten vogelmann und damit solle sie sich zufrieden geben. alles andere wären träumereien, ein gefährliches unterfangen, sinnlos, unverantwortlich und mit einer ungewissheit verbunden, die nichts als unglück bringen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die tage verstrichen und die vogelfrau fügte sich ihrem vermeintlichen schicksal, ihr restliches leben in der eintönigkeit des alltages zu verbringen, wäre da nicht die stimme in ihrem herzen gewesen, die vom meer, dem wind und der sonne sprach und sie in vielen mondhellen nächten wieder und immer wieder an den rand trieb, wo sich tief unter ihr die wellen an den felsen brachen...sie spürte, dass irgendetwas in ihr wuchs, das grösser und grösser wurde, das eine unbändige lust in ihr entfachte, die gelebt und geliebt werden wollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und die stimme sagte: spring! breite deine flügel aus, vertraue dem wind, der dich tragen wird....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwann war diese sehnsucht so ungebändigt, so entfesselt, dass kein wenn und kein aber, keine erfahrungswerte der anderen vögel, keine bedenken, keine zweifel sie mehr zurückhielten.&lt;br /&gt;
erst zaghaft, dann immer bestimmter überliess sie ihre flügel dem wind, spürte die kraft, die sich ihrem gefieder annahm...liess los, liess sich fallen und&lt;br /&gt;
...flog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das fliegen war einfach, war selbstverständlich, eine gabe, die seit urzeiten in ihr steckte und nur darauf gewartet hatte, gefunden zu werden...&lt;br /&gt;
nichts würde sie mehr halten können auf ihrem weg in die sonne, der unentdeckt vor ihr lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;251&quot; alt=&quot;vogel1&quot; width=&quot;400&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/zuggermuddi/images/vogel1.jpg&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-10-19T10:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2257193/">
    <title>no regrets</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/2257193/</link>
    <description>tell me a story, where we all change and we&apos;d live our lifes together and not enstranged. es hatte nicht geregnet, der tag verlor nicht seine farbe, die zeit stand nicht still, die bäume verloren nicht die blätter, als er ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das kind sass auf ihrer hüfte, nuckelte am daumen, in der faust einen schokoriegel, nicht zartbitter wie ihre gefühle, sondern unendlich süss. zu klein, um zu begreifen, kinderkummer resultierend aus ihren tränen schokoladengestillt. sie hatte es gewusst, immer gewusst, in schlaflosen nächten, in denen er nicht nach hause kam, an schweigenden morgen, an denen sich der schlüssel im schloss drehte und der duft fremder haut den kaffeeduft am frühstückstisch übertönte. die zeitung vor seinem gesicht, eine undurchdringliche mauer, sparsame blicke auf das kakaoverschmierte runde kindergesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die blumen blühten weiter, der postbote pfiff ein lied auf seinem fahrrad, als er winkend an ihr vorüberfuhr, ihr gesicht unbeweglich, das kind warm auf ihrem arm.&lt;br /&gt;
sie würde die kraft finden, die sie jahrelang nicht wahrhaben wollte, gleich würden ihre beine ihr gehorchen, umdrehen, gehen, weitergehen, schritt für schritt, weiteratmen, aufatmen, die tür schliessen, für immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
no regrets. wenn es nicht so tragisch wäre, wäre es zum lachen, ein hysterisches kichern bahnte sich seinen weg aus ihrem mund, erschrak sich vor der lautstarken courage und verschwand in der lauen sommerbrise.&lt;br /&gt;
no regrets, they don&apos;t work, they only hurt. der schmerz war irgendwann ein dumpfer begleiter, stumm, anklagend, wenn abends die uhr unerbittlich tickte und die sorgsam gemachte betthälfte verwaiste.&lt;br /&gt;
die offenbarung von freiheit reusultierte nicht aus erhobenen zeigefingern, zusammgezogenen augenbrauen, mitleidigen blicken und geschüttelten köpfen im freundeskreis. jeder ratschlag, jegliche ratio prallte ab an ihrer mauer aus duldsamkeit, aus ihrer hoffnung, dass liebe ein geschenk sei, das man nicht wegwerfen dürfe, auch wenn die definition dieser eine selbstzerstörerische war.&lt;br /&gt;
die offenbarung von freiheit war ein lied, gesungen aus tausenden von kehlen. i don&apos;t want to hate but that&apos;s all you&apos;ve left me with, a bitter aftertaste and a fantasy of &lt;br /&gt;
how we all could live. ein geschenk, das er ihr machte, ein unscheinbarer briefumschlag unter dem kugelgeschmückten tannenbaum, erwartungsvolle blicke seiner eltern, die das kleine auf dem schoss hielten. felt things were going wrong, when you didn&apos;t like my mother. oh du fröhliche weihnachtszeit. das fest der liebe, seine liebe verpackt in einem briefumschlag. nur eine karte. eine einzige. der babysitter sei organisiert, er selbst habe leider einen unaufschiebbaren geschäftstermin. &lt;br /&gt;
er hatte sich freigekauft mit einem konzert, mit einem sänger, den sie nur aus dem radio kannte. sein alibi war unnötig, die maske nur gewahrt für einen heiligen abend, an dem sein präsent eine gerissene doppelfunktion übernahm. you didn&apos;t have the time, so I softly slip away.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die kalte jahreszeit verging, die einsamkeit blieb, die tränen, die angst, die hoffnung. das kleine schlief eingerollt im kinderbett, das geld für das nette nachbarmädchen, zu jung, um eine potentielle gefahr sein zu können, lag auf der ablage im flur. morgens bahnte sich ein viel-spass-heute-abend durch die zeitungsmauer, das sich lobend auf die eigene schulter hätte klopfen können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie spürte sich zum ersten mal seit jahren, spürte ihr gewaltiges sein inmitten einer wogenden masse. ihre arme, beine schultern, verschwitzt, sich an fremden körpern reibend. tausend stimmen, die zu einer verschmolzen, zu ihrer stimme, die jahrelang geschwiegen hatte, gefangen in familiärer zuckerwatte aus gespielter glückseligkeit. und schrie und sang, bahnte sich einen weg in die freiheit, in der viele wege existierten, wenn sie endlich den aufbruch wagte. no regrets, they don&apos;t work. schrie und sang. glückstaumelig, verheissungsvoll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es war schon spät, als sie nach hause kam, die grossen reisekoffer aus dem keller holte, sich nicht die mühe machte, kleidung ordentlich zusammenzulegen, alles hineinstopfte, den nacken steif vom tanzen, den hals wund vom singen, die gemeinsamen fotos verbrannte und nichts spürte beim erinnern an vergangene momente, kein bedauern, nur eine leise wut, die mehr mit ihr als mit ihm zu tun hatte. often I sit down and think of you for a while, then it passes by me and I think of someone else instead.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein handgeschriebener zettel auf seinen koffern,  die geduldig auf seine heimkehr, wo kein heim mehr war für ihn, warteten. sie würde nie wieder warten müssen: i guess the love we once had is officially dead.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;für geli, sabine und alle anderen alleinerziehenden mütter, die jeden tag unglaubliches leisten&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-28T17:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1886625/">
    <title>festplatten-blues</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1886625/</link>
    <description>sie verliess mich an einem verregneten donnerstag&lt;br /&gt;
ohne ankündigung&lt;br /&gt;
hat alles mitgenommen&lt;br /&gt;
erinnerungen&lt;br /&gt;
wichtige unterlagen&lt;br /&gt;
bilder&lt;br /&gt;
meine musik&lt;br /&gt;
ich hasse sie&lt;br /&gt;
und wollte sie dennoch wieder haben&lt;br /&gt;
habe erst gemerkt wie abhängig ich war&lt;br /&gt;
nachdem sie sich aus dem staub gemacht hat&lt;br /&gt;
sie war mein zeitvertreib&lt;br /&gt;
unterstützte mich bei der arbeit&lt;br /&gt;
grundlage für meine muse&lt;br /&gt;
immer an meiner seite&lt;br /&gt;
in einsamen abendstunden&lt;br /&gt;
und an kaffeegeschwängerten morgen&lt;br /&gt;
wochenlang missbrauchte ich andere&lt;br /&gt;
an öffentlichen plätzen&lt;br /&gt;
an denen mir jeder über die schulter schauen konnte&lt;br /&gt;
fuhr zu freunden&lt;br /&gt;
die mir ihre ausliehen&lt;br /&gt;
um flüchtige augenblicke zu geniessen&lt;br /&gt;
die mir aber nie gehören würden&lt;br /&gt;
nun habe ich eine neue&lt;br /&gt;
ein billiges stück&lt;br /&gt;
sie verschafft mir das nötigste&lt;br /&gt;
ist aber ein armseliger ersatz&lt;br /&gt;
klein und nichtssagend&lt;br /&gt;
laut und aufdringlich&lt;br /&gt;
und trotzdem kann ich nicht die finger davon lassen&lt;br /&gt;
oh lord, won&apos;t you buy me...</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-27T18:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1483751/">
    <title>schlimmer finger</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1483751/</link>
    <description>gestern beim hobeln der möhren für den salat passierte es:&lt;br /&gt;
der böse hobel verwechselte meinen daumen mit einer karotte und hobelte sich dreisterweise in meinen finger. blut spritzte, verteilte sich auf meinem küchenschrank und auch auf dem fussboden. das kleinste monster quiekte entsetzt: &quot;mama, du bluteeeeest!&quot;, während ich still und leise kurz im badezimmer verschwand, mir ein kinderpflaster organisierte (mit einem elefanten drauf, wen es interessiert), den schnitt verarztete, die besudelte küchenablage reinigte und mir dann ungerührt die nächste geschälte möhre nahm, um diese in dünne scheiben zu verwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
heute telefonierte ich mit dem liebsten, der gerade in der küche stand und geschirr abwusch. mitten im gespräch erschallten plötzlich unartikulierte schreie aus dem hörer, die mich, wenn ich nicht reflexartig den hörer einen halben meter von meinem ohr weggehalten hätte, mein gehör gekostet hätten, gepaart mit den unerhörtesten flüchen, bei denen sogar einem kesselflicker die ohren gewackelt hätten und ein katholischer pfarrer sicherlich nicht abgeneigt gewesen wäre, den liebsten zu exkommunizieren oder gleich einen exzorzisten vorbeizuschicken.&lt;br /&gt;
als ich mich besorgt danach erkundigte, was überhaupt geschehen sei, wurde ich unwirsch angebrüllt, dass er sich gerade in den finger geschnitten hätte... an einem zerbrochenen weinglas und somit quasi eine nahtoderfahrung erlebt hätte....und dass er mich zurückrufen würde, sobald er sich verarztet habe, falls er diesen schnitt überhaupt überleben würde, was nicht gewiss wäre, weil er bluten würde wie ein abgestochenes schwein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich legte ein wenig beleidigt auf, denn nicht ich hatte ein weinglas genommen, kräftig an einer tischkante zerschlagen, um ihm dann die finger oder schlimmeres abzuhacken (obwohl ich mich nach dem telefonat kurzzeitig in passender stimmung befand), also warum hatte er mich angeschrieen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach fünf minuten kam immernoch kein rückruf, so dass ich aufmerksam und sorgenvoll, wie ich nunmal bin, einen weiteren anruf tätigte, damit ich im notfall einen krankenwagen vorbeischicken konnte, der seinen finger gelagert in einer eisbox mit viel tatütata ins krankenhaus transportiert, während er daneben sitzt und ab und an tränenreich über die tiefkühlbox streichelt und seinem finger mutmachende worte zuflüstert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach dem zweiten klingeln war er aber schon am apparat und teilte mir mit, dass er ein pflaster gefunden und über den schnitt geklebt habe. na prima, dachte ich, happy end, finger noch dran, alles gut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
aber nein....nicht mit dem liebsten, der zur zweiten runde in seiner selbstmitleidstirade ansetzte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es würde sososoooooooooooooo wehtun&lt;br /&gt;
(jammernder unterton)&lt;br /&gt;
er würde gleich sterben&lt;br /&gt;
(verzweifeltes röcheln)&lt;br /&gt;
bestimmt würde er verbluten, wenn er das pflaster wieder abnehmen würde&lt;br /&gt;
(angstvolles schluchzen)&lt;br /&gt;
aaaaaaaaaaah, es wäre so furchtbar, er wäre ein schwerstverletzter und dem tode knapp entronnen&lt;br /&gt;
(manische schreie)&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
es würde sososoooooooooo wehtun&lt;br /&gt;
(erneut jammmernder unterton)&lt;br /&gt;
und ob ich ihn den gar nicht trösten wolle?&lt;br /&gt;
(trauriges schniefen am anderen ende des hörers)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mir fehlten in dem moment die passenden worte, wahrscheinlich wäre es ihm sowieso am liebsten gewesen, wenn ich im krankenschwesterkostüm den rest des abwasches übernommen hätte, das essen gekocht, die küche aufgeräumt hätte, um mich danach zu ihm aufs sofa zu setzen und ihn gehörig zu...  verarzten. &lt;br /&gt;
manchmal haben fernbeziehungen durchaus ihre vorteile, wie ich finde. wer weiss, wie lange der arme, gebeutelte mann diese ich-muss-sterben-nummer durchgezogen hätte, wenn wir uns eine wohnung teilen würden? männer haben, was das angeht, unendliches durchhaltevermögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wenn sie krank sind, sind sie grundsätzlich sterbenskrank, wenn sie verletzt sind, ist es IMMER eine fast tödliche geschichte. &lt;br /&gt;
sie liegen dann wie kleine käfer zappelnd auf dem rücken, in der erwartung  streicheleinheiten zu empfangen gepaart mit der mitgebrachten lieblings-dvd aus der videothek oder sie starren leidend auf ihre partnerinnen, die sich bemühen, den gamecube zu installieren und danach in der küche verschwinden, um berge von appetitlichen genesungshäppchen zu kreieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
so konnte ich das trostprogramm auf ein paar durchgeknallte synapsen in meinem kopf reduzieren, die ein wenig wirre lyrik erschaffen haben und komme hiermit meinem versprechen nach, welches ich am telefon gab, mich salbungsvoll dem troste seines fingers hinzugeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gar wunderbare trostworte für den finger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
oh geschnitten&lt;br /&gt;
an tückischem glas&lt;br /&gt;
schmerz&lt;br /&gt;
über den der liebste das lächeln vergaß&lt;br /&gt;
schrie und wand sich vor qual&lt;br /&gt;
das erschrockene ohr seiner maid&lt;br /&gt;
ward ihm egal&lt;br /&gt;
blut, oh unseliges blut&lt;br /&gt;
über den geschundenen finger laufen tut&lt;br /&gt;
nichts mehr gut&lt;br /&gt;
nur noch pein&lt;br /&gt;
da half nur ein pflasterlein!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wäre ich dort&lt;br /&gt;
an diesem unseligen ort&lt;br /&gt;
küsste ich deinen finger sanft&lt;br /&gt;
damit der schmerze dich nicht verkrampft&lt;br /&gt;
oh holder geliebter&lt;br /&gt;
höre, was königinnenmutter sprach:&lt;br /&gt;
bis zur hochzeit&lt;br /&gt;
vergangen die schmach&lt;br /&gt;
bis zur ehe vergangen dein leid&lt;br /&gt;
hast ja noch ein paar jahre zeit</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2006-01-29T19:42:51Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1084229/">
    <title>brief an den liebsten</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1084229/</link>
    <description>deine stimme eben am telefon klang so, als ob die sonne in deinem gesicht auch dein herz erreicht hat. unbeschwertheit klang mit und eine grundsätzliche freude, die nur noch selten zu finden ist. ausser bei kindern vielleicht, die sich an seifenblasen, dicken hummeln, grossen pfützen und selbst erfundenen kauderwelschmelodien ergötzen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ehrlich gesagt, beneide ich dich im moment, um das, was ich die letzten jahre nicht haben konnte und so bald nicht haben werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
irgendwann im laufe des tages wurde mir gewahr, dass der roman, der mit mir aus der realität flieht, in frankreich spielt und dass ich heute morgen, ohne es zu merken, französische musik eingelegt habe. das musical &quot;notre dame de paris&quot; beschallte die kirchgänger draussen auf der strasse, die auf der suche nach göttlicher absolution an meinem fenster vorbeischlurften, während ihnen die weltlichkeit als pompöse melodien ins gesicht schlug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bonjour tristesse, der tag wollte nicht so richtig in schwung kommen, müde lag er auf dem asphalt und wartete auf sonnenstrahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es scheint, ich will dir mit meiner francophilen stimmung auf unterbewusste, leise art nah sein...als ob musik, französische schauplätze, französische worte eine brücke bauen könnten, auf der ich stehe, um dein hausboot in weiter ferne am horizont treiben zu sehen. zu weit weg, um aufzuspringen, jedoch nah genug, um mit herz und hand zu winken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sonnenstrahlen kann man leider nicht fangen, ich werde sie höchstens in deiner umarmung spüren, wenn wir uns wiedersehen.&lt;br /&gt;
aber wenn klaus hoffmann singt: &quot;das ist derselbe mond wie über berlin&quot;, weiss ich, was er meint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
morgen werde ich eine wolkenwegschieberin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;der brief&quot; width=&quot;269&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/zuggermuddi/images/der brief.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(jean-baptiste-camille corot - der brief)</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2005-10-23T18:22:30Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1018235/">
    <title>weitergehen...</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/1018235/</link>
    <description>&quot;manchmal kritzel ich briefe auf fahrkarten, nur um sie anschließend wieder wegzuschmeissen. ungeschriebenes. ich frage mich ob ich zu alt für manche dinge bin, die menschen um mich herum heiraten und vermehren sich. und ich trinke in einer bar caipirinha und mag doch keine limetten. man hat herausgefunden dass in zuckerbehälter der cafes spermaspuren zu finden sind, ... wir sassen zuerst allein` dort, in dem kino, dann kamen die zwei lesbischen päärchen. ob einer die zeichen deutet? ich kenne menschen die können aus der hand lesen, aber keiner kann es aus gesichtern. im herbst breitet sich die schwarze welle aus und legt schatten um die münder. aber es sagt ja doch keiner etwas. warten auf etwas was nicht kommt, ist wie stochern in warmen apfelstrudel. wenn man lange genug bohrt, stösst man auf matsch. apfelmatsch. gedankenmatsch. warme gedanken sind gut, sagt meine oma. wenn`s dich friert kannst du auch eine jacke umlegen, für alles gibt es warme jacken. und taxifahrer. und väter.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(m./ close yet far) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nur schade, dass es keine jacken mit eingebautem fallschirm gibt.&lt;br /&gt;
das fliegen war immer so einfach, ein selbstverständlicher zustand geboren aus einer leichtigkeit, die sich an der letzten bushaltestelle freundlich, aber bestimmt, verabschiedet hat. glutäugige prinzen mit weissen rössern halten sowieso nicht dort, nur derselbe fahrer, der immer stumm dieselben menschen ein- und auslädt und ihnen trotzdem nie in die augen schaut.&lt;br /&gt;
und ich sitze auf der bank, male mit dem schuh muster in den aufgeweichten matsch, der auf dem gehweg klebt. ich glaube, ich gehe doch besser zu fuss, lieber stolpersteine als stillstand. lieber zwei schritte vor und drei zurück im regen tanzen als auch noch das laufen zu verlernen.&lt;br /&gt;
und morgen werde ich den caipirinha mit zitronen bestellen, sauer macht lustig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und morgen geht ein gedanke auf reisen.&lt;br /&gt;
findet dein ohr&lt;br /&gt;
und dein herz.</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 zuggermuddi</dc:rights>
    <dc:date>2005-09-29T20:21:05Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/966419/">
    <title>ohje, du fröhliche...</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/966419/</link>
    <description>liebe marzipankartoffel-fetischisten, spekulatius-vernichter, dominosteine-verschlinger und lebkuchen-liebhaber,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die saison ist eröffnet!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
unser pennymarkt hat gestern bei 25°c aussentemperatur in seinen gängen das weihnachtssortiment aufgestellt, ich konnte es mir nicht verkneifen, der frau an der kasse &quot;frohe weihnachten&quot; zu wünschen.</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
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    <dc:date>2005-09-11T12:02:27Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://zuggermuddi.twoday.net/stories/961032/">
    <title>alles maggi, oder was?</title>
    <link>http://zuggermuddi.twoday.net/stories/961032/</link>
    <description>sehr geehrtes maggi-kochstudio,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
es war ziemlich warm die letzten tage. zu warm, wenn sie mich fragen. die sonne brennt einem seit geraumer zeit auf den kopf und reduziert das hirn auf eine kleine, schrumpelige masse, die nur noch die grundversorgung des körpers garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in meinem fall machte das not-und-wärme-sparprogramm mit einem deutlichen magenknurren, gefolgt von einem röhrenden, rumpelnden ton in meinen eingeweiden darauf aufmerksam, dass nahrungszufuhr in der nächsten halben stunde ganz angebracht wäre. andererseits stöhnte  der teil meines gehirnes, der für die motorik zuständig ist, dass allzuviel bewegung in irreparabler erschöpfung münden würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die lösung dieses recht schwierigen problems, in dem zwei systeme meines körpers um selbsterhalt kämpften, lag recht nah und ich möchte feststellen, dass sie, liebe maggi-tanten und -onkel, quasi den grundstein für die lösung gelegt haben. das stichwort lautet: fix...denn fixer als mit ihren pulverisierten lebensmitteln kann man gar nicht etwas warmes auf den tisch zaubern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
also quälte ich mich zu meinem küchenregal, um die ausbeute des letzten einkaufes in augenschein zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bei diesem wetter musste es etwas leichtes sein, am besten etwas, auf dem man nicht stundenlang rumkauen muss (siehe körperliches sparprogramm) und das den magen beschäftigt, aber nicht mit einem allzu komplexen verdauungsvorgang überfordert.&lt;br /&gt;
mir lächelte eine tüte tomatensuppe zu, auf der der umriss eines extrem schlanken menschen, der euphorisch seine arme in die höhe streckt, abgebildet war. die tüte wisperte: &quot;feel good&quot;. und nichts traf den kern meiner sehnsucht mehr, als mich good zu fühlen. &lt;br /&gt;
von einem ökologisch korrekten grün umrandet prangte mir verlockend der aufdruck &quot;+folsäure&quot; entgegen, demnach sollte ein teller davon so viel enthalten wie zwei frische tomaten.&lt;br /&gt;
na wunderbar, lächelte ich verzückt, da soll mal einer sagen, dass 50 gramm pulver nichts gesundes enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
das wasser brodelte mittlerweile im kochtopf, exakt 500 ml, des lesens mächtig, befolgte ich artig die packungsbeilage...&quot;nur noch öffnen und reinschütten&quot; murmelte ich, griff zur schere, schnitt den oberen rand ab und erstarrte... aus der tüte schlug mir ein geruch entgegen, der in etwa dem eines vom regen feuchten, männlichen schabrackentapires auf brautschau entsprach, so zumindest stellte ich mir den geruch dieses possierlichen tieres vor. vielleicht hätte es auch ein &lt;a href=&quot;http://turnbeutel.blogspot.com/&quot;&gt;dsungarischer zwerghamster&lt;/a&gt;, der kurz vor seiner letzten ölung sein letztes kleines, weltliches geschäft herauspresst, sein können&lt;br /&gt;
...missbilligend verzog sich meine stirn. wenn ich schabrackentapire oder zwerghamster hätte verspeisen wollen, hätte ich fallen in unserem garten aufgestellt oder die drei meerschweinchen meines vermieters in die pfanne gehauen und keine suppentüten geöffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der hunger und mein optimismus überwogen, mit todesverachtung kippte ich den inhalt der tüte in den kochtopf, wo er sich binnen null komma nichts auflöste und gepaart mit wasserdampf meine olfaktorischen empfindungen beim öffen der tüte übertrumpfte und nun blubbernd seinen weg in meine irritierte nase bahnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich versuchte mich zu beruhigen, vielleicht rührte der gestank von der folsäure her, deren geruch ich damals im chemieunterricht schlichtweg nicht kennen- und liebengelernt hatte, weil ich meist durch abwesenheit glänzte, was mir im 12. jahrgang berechtigte drei punkte auf dem zeugnis bescherte.&lt;br /&gt;
meinem chemielehrer schrieb ich in einer klausur auf das ansonsten weisse blatt, dass es mir leid täte, nicht gelernt zu haben, dass ich aber nicht gedenken würde, die mickrigen punkte dieses faches in mein abitur mit einzubringen, ja, sogar im gegenteil vor hätte, diesen kurs alsbald abzuwählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
damals wurde ich zum direktor zitiert, der mir einen vortrag darüber hielt, dass angehende abiturientinnen ein wenig mehr begeisterung für das existente schulsystem aufbringen müssten, um nicht irgendwann bei aldi an der kasse zu landen, die im übrigen nicht ihre produkte vertreiben, aber was schreibe ich da, ich schweife vom wesentlichen ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich feelte mich also überhaupt nicht gut, mir war schon schlecht, bevor die tomatensuppe überhaupt auf meinem teller landete. drei minuten musste das gebräu noch kochen und in dieser zeit bildeten sich neben den obligatorischen blasen seltsame orange-graue inseln, die unter umständen von dem pulverisierten olivenöl herrührten, das langsam wieder einen flüssigen zustand einnahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auch die grünen punkte, die den wiederbelebten basilikum darstellten, konnten mich nicht darüber hinwegtrösten, dass der schabrackentapirartige-geruch exponential zur kochzeit anschwoll und mittlerweile die ganze wohnung durchflutete und meine kleinen monster dazu veranlasste, mir mitzuteilen, dass sie noch vom schulbrot/ kindergarten-snack satt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nun weiss ich sehr wohl, dass es lebensmittel gibt, die bis zum himmel stinken, auf dem gaumen dennoch ungeahnte glücksgefühle herbeizaubern. die frau an der käsetheke des supermarktes meines vertrauens kann diese these sicherlich belegen, wenn sie meiner freundin den teller mit den käsespiessen zum probieren hinhält, der nach feuchtschimmeligen füssen riecht, nachdem man drei tage lang mit synthetischen socken und gammeligen turnschuhen durch die wüste gobi gejoggt ist, und die gute nicht, wie es der anstand gebietet, dankend ein stück animmt, sondern den ganzen teller leerfuttert und dabei anerkennende geräusche von sich gibt, die nach &quot;öööööööhmjanmjamhmpfgnnnnmjam&quot; klingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
insofern war ich gewillt, das kochexperiment nicht an ort und stelle abzubrechen, sondern mir einen teller aufzufüllen, um die suppe auszulöffeln, die ich mir selbst eingebrockt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich traute meinen augen kaum, auf meinem teller hockte ein schabrackentapir, der hähmisch grinste und &quot;feel good&quot; flüsterte, während er langsam in der rotorangenen brühe versank. ich erschlug ihn mit meinem löffel, schloss die augen und probierte...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sie erwarten jetzt bestimmt, dass sich all die vorangegangenen erlebnisse in wohlgefallen auflösen, eine zufriedene konsumentin den inhalt ihres tellers förmlich inhaliert, während die geschmacksnerven ungeduldig nach &quot;mehrmehrmehr&quot; johlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
doch leider muss ich sie enttäuschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
nach drei löffeln kapitulierte ich entnervt, kroch zum kühlschrank und schmierte mir unter aufgebot meiner letzten kraftreserven eine wurst-stulle, während sich meine toilette über gänzlich neuen input freute, der jetzt den ratten in der kanalisation zu schaffen macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
meine damen und herren, ich liebe ihre fix-produkte, der bauerntopf schmeckt wirklich grandios, auch der winzertopf ist nicht zu verachten und ihre stinknormale tomatensuppe ohne folsäure und good-feel-effekt erfreut normalerweise das herz unserer kleinen familie, aber bei dieser tomatensuppe mit basilikum und olivenöl müssen ihre testesser allem anschein nach unter einer grippe-epidemie gelitten haben, die alle gustatorischen fähigkeiten lahmgelegt hat, so dass alle probanten den daumen hoch gehalten haben, aus angst, ihren arbeitsplatz zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich bitte sie hiermit inständig, die zusammensetzung ihres produktes zu überdenken, ein wenig mehr tomate und dafür weniger tapirgeschmack wären von vorteil, wenn sie mich als kundin erhalten wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit freundlichen grüssen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ihre tess (zuggermuddi)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
p.s. die zweite, unselige tüte dieses produktes werde ich meiner tante vorsetzen, wenn sie einmal zu besuch kommen sollte, ich konnte sie noch nie richtig leiden.</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 zuggermuddi</dc:rights>
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    <title>der kleine-monster-wahl-o-mat</title>
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    <description>das kinderzimmer sieht aus wie aus einem prospekt für neue meister proper-produkte und dieser zustand wird meinen berechnungen nach noch genau 24 stunden anhalten, denn dann haben wir allerspätestens unser persönliches erdbeben gehabt in form von zwei kindern, deren daseinsberechtigung sich anscheinend nur daraus ableitet, dass sie binnen möglichst kurzer zeit so viele kisten wie möglich ausräumen, den auf dem fussboden enstandenen berg noch mal ordentlich durchrühren, damit eine möglichst undurchdringliche masse entsteht und entzückungsschreie ausstossen, wenn die liebe mama hilflos mit den armen rudert, nachdem sie auf lego/ murmeln/ plastikspinnen (beliebig erweiterbar: hauptsache klein und hart und bohrt sich unerbittlich in zarte frauenfüsse) ausgerutscht ist, um dann mitten im chaos zu versinken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und dann die weisheit aus unerbittlichem kindermund, denn nur sie und betrunkene verkünden die unumstössliche wahrheit:&lt;br /&gt;
&quot;mama, wenn ich wählen könnte, würde ich die fdp wählen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ein verwirrtes &quot;warum?&quot; aus meinem mund, während ich vorsichtig meinen fuss richtung mund biege, um die hämathome durch zartes pusten zu besänftigen, geschundene füsse, die nie wieder das reich der zwerge betreten wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;ist doch klar, die haben die meisten plakate in der stadt hängen&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
na dann gut&apos; nacht, liebe chaostruppe, möget ihr auf einer westerwelle ins land der träume gleiten.</description>
    <dc:creator>zuggermuddi</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 zuggermuddi</dc:rights>
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