kaff-elegien/ fragment
...der rasen im vorgarten hat eine länge von vier millimetern, die kanten haben einen rechten winkel, kinder hat man gern, solange sie nicht das heilige grün betreten. das ist reserviert für die zwergenparade, die stoisch in einem grotesken bild der emsigen, unermüdlichen arbeit eingefroren ist. für das kleine hundehäufchen vom kleinen dackel franzl liegt immer ein kleines tütchen bereit.
fremden wird mit misstrauen begegnet, denn nichts soll die gleichmässigkeit, die eintönigkeit, den alltag, die immer wiederkehrenden jahreszeiten und die damit verbundenen riten und gebräuche stören. fremdsein bedeutet einsamkeit und kalte blicke, bis man gelernt hat, die tänze zu tanzen. zwei schritte vor und fünf zurück.
der kommunalpolitische höhepunkt des jahres findet im ehelichen bürgermeister-bett statt, wenn die gemahlin schweissgebadet und zähnefletschend oben liegt, anstatt wie ein plattgefahrener käfer auf dem rücken zu liegen und die muster der blümchentapete zu zählen, während das bett, bemalt im klassischen bauernmuster, ächzt und quietscht unter der adipösen last. denn auf dem wahlzettel existiert nur ein richtiges kreuz, alle anderen hängen in den klassenzimmern, in wohnzimmern und in der kirche.
jugendliche rebellion bedeutet hier in nachbars garten zu kotzen, nachdem man mit 2,0 promille, dank korn mit sprite, rum mit cola, hauptsache irgendeinem fusel mit blubber darin, aus der dorfdisco rausgetorkelt ist, in der jeder schon mit jedem geknutscht hat und der- oder diejenige geheiratet wird, der grad zufällig mit einem knutschte, als man den 21. geburtstag erreichte und es langsam zeit wurde.
die männer lieben ihre ehefrauen, das gibt ihnen das recht, ihnen notfalls mit der flachen hand oder der geballten faust den richtigen weg zu weisen.
die friseurin weiss von der bäckersfrau, dass der schlachtermeister dem mechaniker erzählt hat, dass die frau meier von nebenan von frau müller erfahren hat, dass der dorfarzt der cousine vom guschtl, der im kleinwarenladen arbeitet, gesagt hat, dass die resi, die in der gastwirtschaft bedient schon immer was vom huber-bauern wollte. na, sie wissen schon...und deswegen immer diese engen blusen anzieht, wenn sonntags stammtisch ist und der huber-bauer eine rote nase bekommt, weil er sein fünftes maß erhebt.
sie wissen alles und doch nichts.
sie reden, um zu reden.
sonntags mahnen die glocken zum gebet, wer in den reihen fehlt, ist krank oder zu gebrechlich, um buße zu tun und die heilige kommunion zu empfangen, eine andere entschuldigung existiert nicht.
wenn ER seine schäfchen ruft, trotten sie blökend der reihe nach in SEIN haus, um sich die kniee an den splittern in der bank wundzuscheuern.
die heftchen des priesters mit nackten, jungen damen aus litauen oder polen bleiben an diesem tag in der schublade im pfarrhaus, anstattdessen wird die bibel ausgepackt. sie beten und weilen in gedanken schon beim sonntagsbraten, der bald auf dem tisch steht.
heilig ist die scheinheiligkeit.
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fremden wird mit misstrauen begegnet, denn nichts soll die gleichmässigkeit, die eintönigkeit, den alltag, die immer wiederkehrenden jahreszeiten und die damit verbundenen riten und gebräuche stören. fremdsein bedeutet einsamkeit und kalte blicke, bis man gelernt hat, die tänze zu tanzen. zwei schritte vor und fünf zurück.
der kommunalpolitische höhepunkt des jahres findet im ehelichen bürgermeister-bett statt, wenn die gemahlin schweissgebadet und zähnefletschend oben liegt, anstatt wie ein plattgefahrener käfer auf dem rücken zu liegen und die muster der blümchentapete zu zählen, während das bett, bemalt im klassischen bauernmuster, ächzt und quietscht unter der adipösen last. denn auf dem wahlzettel existiert nur ein richtiges kreuz, alle anderen hängen in den klassenzimmern, in wohnzimmern und in der kirche.
jugendliche rebellion bedeutet hier in nachbars garten zu kotzen, nachdem man mit 2,0 promille, dank korn mit sprite, rum mit cola, hauptsache irgendeinem fusel mit blubber darin, aus der dorfdisco rausgetorkelt ist, in der jeder schon mit jedem geknutscht hat und der- oder diejenige geheiratet wird, der grad zufällig mit einem knutschte, als man den 21. geburtstag erreichte und es langsam zeit wurde.
die männer lieben ihre ehefrauen, das gibt ihnen das recht, ihnen notfalls mit der flachen hand oder der geballten faust den richtigen weg zu weisen.
die friseurin weiss von der bäckersfrau, dass der schlachtermeister dem mechaniker erzählt hat, dass die frau meier von nebenan von frau müller erfahren hat, dass der dorfarzt der cousine vom guschtl, der im kleinwarenladen arbeitet, gesagt hat, dass die resi, die in der gastwirtschaft bedient schon immer was vom huber-bauern wollte. na, sie wissen schon...und deswegen immer diese engen blusen anzieht, wenn sonntags stammtisch ist und der huber-bauer eine rote nase bekommt, weil er sein fünftes maß erhebt.
sie wissen alles und doch nichts.
sie reden, um zu reden.
sonntags mahnen die glocken zum gebet, wer in den reihen fehlt, ist krank oder zu gebrechlich, um buße zu tun und die heilige kommunion zu empfangen, eine andere entschuldigung existiert nicht.
wenn ER seine schäfchen ruft, trotten sie blökend der reihe nach in SEIN haus, um sich die kniee an den splittern in der bank wundzuscheuern.
die heftchen des priesters mit nackten, jungen damen aus litauen oder polen bleiben an diesem tag in der schublade im pfarrhaus, anstattdessen wird die bibel ausgepackt. sie beten und weilen in gedanken schon beim sonntagsbraten, der bald auf dem tisch steht.
heilig ist die scheinheiligkeit.
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zuggermuddi - 24. Okt, 13:47
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