jenseits der kaff-elegien/ fragment aus beton
sie wohnen dicht an dicht, aber spenden sich keine wärme, getrennt durch graue mauern.
keiner weiss, wer neben ihm wohnt, man trifft sich täglich auf dem flur, senkt den blick und starrt woanders hin.
graue blicke.
die wände sind dünn.
das namenlose atmet, schlägt die zeit tot, bringt die tage herum, klappert mit dem geschirr, hustet aufgrund der 20. zigarette an diesem morgen, ist fast greifbar.
sie alle wissen dinge voneinander, die kein mensch hören will, aber hören muss.
wände wie papier.
das leise weinen der frau, die immer eine sonnenbrille trägt, selbst wenn der himmel grau und wolkenverhangen ist, mit der man die geschwollene wange nicht abdecken kann. das junge ehepaar von unten, die erst leise und nach der dritten flasche wein immer lauter streiten, schreien, sich beschimpfen. zerbrochenes glas und zerbrochenes glück.
der unmenschlich laute ton des fernsehers, der die vier kleinen kinder aus dem fünften stock mit mord und totschlag unterhält, sobald sie aus der schule heimkehren und der ihre einsamkeit, die langeweile und den frust bis in die späten abenstunden übertönt, wenn die mutter müde und zerschlagen mit ein paar fettigen tüten abendbrot von ihrem job am bahnhofsimbiss nach hause kehrt.
der alte mann, der seemanslieder gröhlt und sein fernweh mit einer palette dosenbier und korn kompensiert und eingerollt auf der fussmatte vor seiner haustür einschläft, wo ihn ab und an die jugendlichen treten. höhnische blicke.
jeder neue morgen zerstört die sehnsucht, die träume der nacht mit dem lauten klappern der mülltonnen, in denen die frau mit dem kopftuch nach pfandflaschen wühlt.
der fahrstuhl ist defekt oder stinkt nach urin, manchmal hat jemand reingekotzt, dann geht man doch lieber zufuss.
das einzige grün in der gegend sind die rotzigen auswürfe auf dem asphalt und ein paar grashalme, die zwischen den gehwegplatten überlebt haben.
manche hatten träume, wollten fliegen.
haben es irgendwann getan,
aus dem zehnten stock.
jetzt kann man die fenster in den letzten vier stockwerken nicht mehr öffnen.
der vorherige und dieser beitrag wurden im rahmen eines blog-swaps schon einmal vor ca. einem jahr im dreggsblog veröffentlicht. nun archiviere ich sie nochmal hier als heimspiel
keiner weiss, wer neben ihm wohnt, man trifft sich täglich auf dem flur, senkt den blick und starrt woanders hin.
graue blicke.
die wände sind dünn.
das namenlose atmet, schlägt die zeit tot, bringt die tage herum, klappert mit dem geschirr, hustet aufgrund der 20. zigarette an diesem morgen, ist fast greifbar.
sie alle wissen dinge voneinander, die kein mensch hören will, aber hören muss.
wände wie papier.
das leise weinen der frau, die immer eine sonnenbrille trägt, selbst wenn der himmel grau und wolkenverhangen ist, mit der man die geschwollene wange nicht abdecken kann. das junge ehepaar von unten, die erst leise und nach der dritten flasche wein immer lauter streiten, schreien, sich beschimpfen. zerbrochenes glas und zerbrochenes glück.
der unmenschlich laute ton des fernsehers, der die vier kleinen kinder aus dem fünften stock mit mord und totschlag unterhält, sobald sie aus der schule heimkehren und der ihre einsamkeit, die langeweile und den frust bis in die späten abenstunden übertönt, wenn die mutter müde und zerschlagen mit ein paar fettigen tüten abendbrot von ihrem job am bahnhofsimbiss nach hause kehrt.
der alte mann, der seemanslieder gröhlt und sein fernweh mit einer palette dosenbier und korn kompensiert und eingerollt auf der fussmatte vor seiner haustür einschläft, wo ihn ab und an die jugendlichen treten. höhnische blicke.
jeder neue morgen zerstört die sehnsucht, die träume der nacht mit dem lauten klappern der mülltonnen, in denen die frau mit dem kopftuch nach pfandflaschen wühlt.
der fahrstuhl ist defekt oder stinkt nach urin, manchmal hat jemand reingekotzt, dann geht man doch lieber zufuss.
das einzige grün in der gegend sind die rotzigen auswürfe auf dem asphalt und ein paar grashalme, die zwischen den gehwegplatten überlebt haben.
manche hatten träume, wollten fliegen.
haben es irgendwann getan,
aus dem zehnten stock.
jetzt kann man die fenster in den letzten vier stockwerken nicht mehr öffnen.
der vorherige und dieser beitrag wurden im rahmen eines blog-swaps schon einmal vor ca. einem jahr im dreggsblog veröffentlicht. nun archiviere ich sie nochmal hier als heimspiel
zuggermuddi - 24. Okt, 13:48
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